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Inklusion durch Aufklärung - Zukunftskonferenz und Denkanstupser

„Wohnen, leben und arbeiten – psychische Erkrankung inklusive!“ Unter diesem Motto fand am 26.10.2011 unsere Zukunftskonferenz statt. Anliegen dieser Konferenz waren der gemeinsame Austausch und die Aufklärung über psychische Erkrankungen. Die Tagung war offen für alle Interessierten und es wurde in sogenannten „Kaffeekränzchen“ zu den Themen „Gibt es ein Wohnen und Leben mit psych. Erkrankungen?“ und „Wettbewerbsvorteil, solides Wachstum und seelische Behinderung inklusive“ heiß diskutiert.  Am Ende der Tagung stand fest: Die Diskussion zum Thema Inklusion -mit psychischer Erkrankung- muss weitergehen.

Im Rahmen unseres Informations- Diskussions- und Austauschforum „Denkanstupser“ wurden die Probleme, Ursachen und Lösungen zum Konferenzthema auswertend vorgestellt und mit allen Interessierten und besonders den Experten in eigener Sache diskutiert.

Übersicht der Ergebnisse: (siehe Tabelle)

Dialog 2: „Gibt es ein Wohnen und Leben mit psychischer Erkrankung?

 

(Thema: Wohnen)

Dialog 3: „Wettbewerbsvorteil, solides Wachstum und seelische Behinderung“

(Thema: Arbeiten)

Probleme:

  • Keine Lobby für Menschen mit psychischer Erkrankung
    • Stigmatisierung durch Nachbarschaft
    • Gesellschaftliche Stigmatisierung/ unzureichende Akzeptanz
    • Unwissen der Bürger (über Thema: Psychische Erkrankung)
    • Intoleranz (anderer Mietparteien)
    • Wer definiert wie „auffälliges Verhalten“?
    • Vorurteile
    • Unzureichende bedarfsgerechte ambulante Betreuung-s/ -angebote
    • Mangelhafte Sozialgesetzgebung  (Wunsch – u. Wahlrecht häufig noch nicht Leitlinie)
    • Milieubildung – Gefahr der Ghettoisierung (Fehlen des entsprechenden Wohnraums – kleine Wohnungen)
    • Durch Behinderung arm
    • Komplexität von Antragsverfahren/Formalitäten
    • Stationäre Eingliederungshilfe finanziert Träger/Einrichtung – nicht mehr den Klienten selbst? Und was hat eigentlich der Klient davon?
    • Was hält ein Wohnhaus(-system) aus?
    • Fehlende Vernetzung auf dem Land
    • Finanzierung der Betreuung– Änderung Personalschlüssel?

 

Ursachen:

  • Fehlende Kommunikation
  • Fehlendes soziales Netz (Kontakte)
  •  „Jeder lebt sein Leben“ 
  • Sich „Nicht-Verstanden-Fühlen“
  • Berührungsängste/Angst
  • Unzureichende Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit – Was ist eigentlich eine Psychische Erkrankung? Und was heißt es damit zu leben?
  • Medien erzeugen ein Negativ-Bild „Psychisch krank“
  • Desinteresse
  • Angst vor Zurückweisung
  • Wirtschaftlichkeit (gesellschaftsbezogen) steht im Vordergrund
  • Leistungsgesellschaft
  • Unzureichende psychotherapeutische Versorgung

 

Lösungen:

  • Vernetzung (gesellschaftlich, institutionell, personell)
  • Multimediale Aufklärung „psychisch krank/ seelisch behindert“ (positiv)
  • Wertevermittlung und Aufklärung ab Kindesalter
  • Vertrauen
  • Bewusstseinsbildung
  • „MITEINANDER“ schaffen
  • „Vielfalt statt Einfalt“
  • Akzeptanz fördern
  • Gesellschaftlicher Wertewandel: „Weg vom Konsum, hin zu mehr Menschlichkeit“
  • Transparenz gesetzlicher Grundlagen – Barrierefreiheit in Bezug auf Gesetze und Behördenangelegenheiten
  • Diagnoseunabhängige Unterstützungs- und Hilfsangebote
  • Finanzierungsmodelle für Hilfesystem überdenken und neu gestalten – in Hinsicht auf Weiterentwicklung von Wohn-u. Unterstützungsangeboten
  • Individuelle Hilfe gemäß individuellem Hilfebedarf
  • Vermittelnde Unterstützung in Hausgemeinschaften
  • Hausgemeinschaften fördern durch gemeinsame Unternehmungen
  • Schaffung von Krisenwohnangeboten/ Alternativen zur Klinik

 

 

Probleme

  • Unwissenheit über Krankheitsbilder
  • Angst/Berührungsangst
  • Fehlende Anerkennung
  • Wenige Angebote zwischen WfbM und 1. Arbeitsmarkt/ wenig Hilfsangebote
  • Unzureichende Vernetzung
  • Leistungsdruck vs. Behinderung
  • Barrierefreier Zugang
  • Erlernte Hilflosigkeit
  • „Unternehmensphilosophie“
  • Unzureichende schnelle therapeutische Hilfe
  • Gesetzliche Anforderungen werden vom Arbeitgeber nicht umgesetzt?
  • Fehlende Freude
  • Behinderung durch SB- Ausweis

 

 

 

 

 

Ursachen

  • Stigmatisierung/ unzureichende Akzeptanz/ Toleranz einer Erkrankung
  • Tabu - Thema
  • Desinteresse/ keine Bereitschaft/ Ignoranz
  • Fehlende Kommunikation
  • Schlechte Erfahrungen steigern Resignation (beide Seiten AG/AN)
  • Ellenbogengesellschaft/ Ausgrenzung
  • Schulsystem
  • Identifizierung über Arbeit/Leistung in der Gesellschaft – fehlende Alternativen
  • Fehlende/ falsch verteilte finanzielle/ zeitliche Ressourcen
  • Wirtschaftliches Risiko der Unternehmen/ verschärfter Wettbewerb/ Profitorientierung

 

Lösungen

  • Aufklärungsarbeit/ Psychoedukation/MA-Schulung/Transparenz
  • Vernetzung/ Austausch
  • Positive Öffentlichkeitsarbeit
  • Prävention/Stressbewältigungstraining
  •  Aufklärung ab Kindesalter
  • Konzepte zur Inklusion im Bildungs- und Gesellschaftssystem / politische Rahmenbedingungen
  • Alternativen zw. 1. und 2. Arbeitsmarkt / individuelle Förderung
  • Genesungsassistent/ EX-IN fördern
  • Anerkennung und Wertschätzung
  • Fällt Anerkennung/ Verantwortung unter Arbeitsschutz?
  • Barrierefreiheit/Abbau von Bürokratie
  • Kommunikation fördern
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Leistungen SGB IX /Teilhabe am Arbeitsleben
    • Information zu Fördermöglichkeiten (AG+AN) und Modellprojekte und dessen Nutzung?
    • Individuell zugeschnitten?
    • 5% Klausel gut?  Oder Beschäftigungspflicht ohne Ausgleichsabgabe? 
    • langfristige Finanzierung/ -modelle
    • politische Konsequenzen aus der Realität
    • Bewusstseinsbildung/gesellschaftlich: Wo sind die Grenzen zwischen krank und gesund?
 
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